Sparkassen Zeitung

Land und Märkte

Investitionen in die Zukunft

Ausgabe #4/2018 • Daten
Helene Tuma

Dass die Getränkegruppe Starzinger seit jeher in neue Produktionslinien, Logistik und Lager investiert, ist Teil des Erfolges des Familienunternehmens, das in bereits vierter Generation geführt wird.

1906, also vor mehr als 100 Jahren, legte der Gastwirt Josef Starzinger den Grundstein für das erfolgreiche Familienunternehmen, als er mit der Abfüllung von Getränken begann. Nun führt Ludmilla Starzinger in vierter Generation den Betrieb mit Stammsitz im oberösterreichischen Frankenmarkt. 2010 übergab Kommerzialrat August Starzinger die Firma, nach 33 erfolgreichen Jahren an der Spitze, an seine Tochter.

Von Kindesbeinen an

Bereits als Kind war Ludmilla im Familienunternehmen anzutreffen. „Es war für mich ganz klar, in den Ferien mitzuarbeiten. Ich kann mich noch ganz erinnern, dass mein Lohn zehn Schilling in der Stunde war. Wir haben viel gearbeitet und literweise Limonade getrunken“, erzählt Ludmilla Starzinger. Ins Unternehmen stieg sie mit 21 Jahren ein. Ihr Vater holte sie vom vom Studium in die Firma. Ludmilla Starzinger fand ihren eigenen Platz im Unternehmen mit der Gründung einer hauseigenen Werbeagentur. Mittlerweile ist ihr Sohn Victor als Prokurist im Unternehmen tätig.

Erfolg in Zahlen

Die Getränkegruppe Starzinger ist heute einer der größten Produzenten von alkoholfreien Getränken und als Abfüller für den internationalen Markt nicht mehr wegzudenken. 
250 MitarbeiterInnen füllen an sechs österreichischen Standorten mit vier PET-Abfüll-anlagen, drei Glas-Abfüllanlagen und drei Dosen-Abfüllanlagen zirka 180.000 Einheiten pro Stunde ab. Die Getränkegruppe Starzinger produziert derzeit rund 1.000 Produkte für Private-Labelling-KundInnen auf allen Teilen der Welt. An zehn Produktionslinien werden jährlich über 300 Millionen Dosen und 150 Millionen Flaschen abgefüllt. Die Hauptmärkte sind Latein- und Südamerika, Afrika, der Nahe Osten sowie der gesamte europäische Raum.

Modernste PET-Abfüllanlage weltweit

Dieser Erfolg ist nur durch ständige Investitionen möglich. Einen besonderen Investitionsschub gab es in den letzten Jahren. Seit 2014 investierte das Familienunternehmen rund 25 Millionen Euro in die einzelnen Standorte. „Besonders unsere neueste Investition kann sich sehen lassen“, erklärt Victor Starzinger. „In Zusammenarbeit mit dem Anlagenhersteller Krones verfügen wir aktuell über die modernste PET-Abfüllanlage weltweit. Neben der Steigerung der Produktionskapazität werden durch die vollautomatisierte und digitalisierte Anlage neben dem Etikettieren von Papier und Contiroll in Zukunft auch PET-Sleeves verschiedenster Art möglich sein“, so Victor Starzinger, der als Verantwortlicher in der Produktionstechnik der Getränkegruppe federführend an der Entwicklung und Umsetzung des Zukunftsprojekts beteiligt war. Wasser- und Energieeinsparungen sowie eine Reduktion des Materialschwunds sind weitere positive Nebeneffekte. Die neue PET-Anlage, für die eine eigene 1.500 Quadratmeter große Produktionshalle gebaut wurde, macht das Unternehmen vor allem im Private-Labelling-Bereich zukünftig noch flexibler und konkurrenzfähiger. Weitere Investitionen erfolgten in ein neues Verwaltungsgebäude, ein modernes Logistikzentrum und ein neues Heizhaus.

 

Ludmilla Starzinger übernahm im Jahr 2010 den Betrieb von ihrem Vater und führt ihn in nunmehr vierter Generation. Die Weitergabe in der Familie ist auch in Zukunft gesichert, denn ihr Sohn Victor ist ebenfalls im Unternehmen tätig.
Ludmilla Starzinger übernahm im Jahr 2010 den Betrieb von ihrem Vater und führt ihn in nunmehr vierter Generation.
Die Weitergabe in der Familie ist auch in Zukunft gesichert, denn ihr Sohn Victor ist ebenfalls im Unternehmen tätig.

 

Erfolgreiche Eigenmarken

Bekannt ist die Getränkegruppe Starzinger natürlich auch durch ihre Eigenmarken. Starzinger bündelt drei erfolgreiche Mineralwassermarken unter einem Dach.  So wurde „Frankenmarkter“, ein Mineralwasser mit  Babywasser-Qualität, konsequent zur Familienmarke ausgebaut und ist ebenso beliebt wie die Marken „Juvina“ vom burgenländischen Produktionsstandort Deutschkreutz und „Long Life“, das sich im Segment Gesundheit und Sport positioniert hat.

Bei den Erfrischungsgetränken ist die „Schartner Bombe“ am bekanntesten. Die revitalisierte Marke erfreut sich einer fast hundertprozentigen Markenbekanntheit. Beim
0,5-Liter-Glas-Mehrweggebinde wurde in den letzten drei Jahren ein Mengenzuwachs von 15 Prozent erreicht. Bei den 0,33-Liter-Dosen gab es gar einen Zuwachs von 66 Prozent, pro Jahr werden 1,5 Millionen Dosen „Schartner Bombe“ verkauft.

Neue Trends erkennen

Sich auf dem Erfolg auszuruhen kommt für Ludmilla Starzinger nicht in Frage. Dazu gehört auch, neue Trends zu erkennen. „Es ist wichtig, dass man Trends verfolgt. Gewohnheiten verändern sich laufend, und wenn heute Mineralwasser top ist, sind es morgen Limonaden oder Wellness-Getränke. Man muss immer mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen“, so die Firmenchefin. Auch Produktdesign und Werbung werden immer wichtiger. „Mittlerweile gibt es an der Spitze ganz wenige Markenprodukte und eine große Anzahl an Günstigprodukten. Wir wollen an der Spitze bei den Markenprodukten sein. Das bedeutet, dass wir entsprechend Werbung betreiben müssen.“

Engagierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

Ludmilla Starzinger sieht sich als Teamplayer: „Ich möchte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die selbständig agieren, die loyal zum Unternehmen stehen, und das geht nicht, wenn man einen autoritären Führungsstil hat. Mein Ziel ist es, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dorthin zu bringen, wo sie ihre Stärken haben. Dann sind sie erfolgreich und mit Elan und Engagement bei der Sache.“ Auch Nachhaltigkeit ist ein Thema. Die Getränkegruppe, die nach dem „International Food Standard – Higher Level“ zertifiziert und zum „österreichischen Leitbetrieb“ ernannt wurde, betreibt ein eigenes Wasserkraftwerk und ist Haupteigentümer eines Biomassekraftwerks.

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