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VBV-Pensionskasse wird 30

Ausgabe #September/2020 • FLEXIBILITY
Stephan Scoppetta

VORSTANDSVORSITZENDER GERNOT HESCHL SPRICHT ÜBER DIE ENTWICKLUNG DER VBV IN DER VERGANGENHEIT UND DARÜBER, WAS ER SICH FÜR DIE ZUKUNFT WÜNSCHT.

Herr Heschl, Sie sind 2016 aus der Erste Group zur VBV gekommen und sind seither dort Vorstandsvorsitzender der Pensionskasse. Was waren damals Ihre ersten Eindrücke?

Gernot Heschl: Ich habe mich im Vorfeld umfassend informiert und bin schon mit einer positiven Grundhaltung in die VBV gekommen. Ich habe die VBV als sehr dynamisches Unternehmen mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kennengelernt, in dem Entscheidungen rasch und unbürokratisch getroffen wurden und werden. Projekte werden in der Folge auch sehr effizient und schnell umgesetzt. Mein Eindruck war – und ist – also sehr positiv.

Welche Schwerpunkte haben Sie in den vergangenen Jahren gesetzt?

Heschl: Kundenorientierung ist ein Kernelement unserer Strategie und bestimmt unser Handeln. Mir ist es persönlich ein großes Anliegen den Kundinnen und Kunden, aber auch den einzelnen Berechtigten umfassende Service- und Betreuungsleistungen zu bieten. Nur so können wir ihre Zufriedenheit mit der VBV-Pensionskasse weiter steigern. Deshalb haben wir unter anderem die Veranstaltungsreihe „VBV on tour“ eingeführt. Bei großen Kundinnen und Kunden beantworten wir einmal jährlich vor Ort alle persönlichen Fragen und Anliegen. Coronabedingt musste die Tour heuer unterbrochen werden. Wenn es die Umstände zulassen, wird sie 2021 fortgeführt. Selbstverständlich überlegen wir auch, wie wir unsere Kundinnen und Kunden sowie Berechtigten in dieser außergewöhnlichen Zeit informieren können.

Gleichzeitig braucht es immer wieder innovative Ideen, um am Markt zu bestehen. Unser Onlineservice Meine VBV, das mittlerweile mehr als 100.000 Userinnen und User hat, ist eines dieser erfolgreichen Projekte.

2020 feiert die VBV ihr 30-jähriges Bestehen. Was zeichnet die VBV-Pensionskasse nach diesen 30 Jahren aus?

Heschl: Die VBV-Pensionskasse ist seit vielen Jahren Markt- und Innovationsführer. Wir handeln stetig im Sinne unserer Kundinnen und Kunden sowie Berechtigten und treiben Innovationen voran. Wenn wir einen Schritt gesetzt haben, denken wir bereits an den nächsten. Das gelingt uns gut, glaube ich. Diesen Weg bestätigt auch die hohe Kundenzufriedenheit: 85 Prozent haben zuletzt angegeben, mit unseren Services und Leistungen sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden zu sein. Dafür mache ich unter anderem den direkten Kundenkontakt verantwortlich. Je besser die Berechtigten über uns und ihr Pensionskassenmodell Bescheid wissen, desto zufriedener sind sie. Darüber hinaus konnten wir in den vergangenen Jahren auch viele Ausschreibungen gewinnen und zahlreiche Neukunden akquirieren. Wir arbeiten also auf allen Ebenen sehr erfolgreich. Das ist vor allem das Verdienst eines hochmotivierten, erfahrenen Teams, das gerne zusammenarbeitet und gemeinsam Neues vorantreibt und umsetzt.

Wir befinden uns schon seit einigen Jahren in einem extremen Niedrigzinsumfeld. Wie schafft es die VBV hier Erträge für ihre Kundinnen und Kunden zu erzielen?

Heschl: Seit unserer Gründung haben wir im Durchschnitt jährlich plus fünf Prozent Ertrag für unsere Berechtigten erwirtschaftet. Das ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass wir uns in den letzten Jahren in einem sehr niedrigen Zinsumfeld mit Null- oder sogar Negativzinsen bewegen. Auch in dieser Phase haben wir im Schnitt die plus fünf Prozent pro Jahr erreicht. Es hat in den letzten 30 Jahren natürlich vereinzelt Jahre mit negativem Ergebnis gegeben – und die wird es auch in Zukunft geben –, aber langfristig gesehen ist eine dynamische Veranlagung die einzige Möglichkeit, Ertragschancen zu wahren. Gerade in der betrieblichen Altersvorsorge zählt die langfristige Perspektive, damit in der Ansparphase ein möglichst hohes Pensionskapital aufgebaut werden kann. Da sind wir auf einem sehr guten Weg. Unsere langfristige Performance ist außerdem ein gutes Argument, um mit Eigenbeiträgen das Pensionskapital noch weiter zu erhöhen.

Derzeit haben rund 23 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich eine betriebliche Altersvorsorge. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Pensionskassenmarktes?

Heschl: Ich nehme Anleihe an einem Zitat von Andreas Treichl (Ex-Chef der Erste Group, Anm.), das er vor einigen Jahren gesagt hat: „Die Stunde der Pensionskassen kommt erst!“ In Hinblick auf den demografischen Wandel und diverse Pensionsreformen der Vergangenheit wäre es wünschenswert, wenn die zweite und die dritte Säule der Pensionsvorsorge in Österreich an Bedeutung gewinnen. Dann würden auch noch mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Vorteil einer betrieblichen Pensionsvorsorge kommen, die ihnen im Alter den Lebensstandard sichert. Erstrebenswert wäre außerdem, eine Kapitalgröße zu erreichen, die auch international kompatibel ist. Das würde zusätzlich den österreichischen Kapitalmarkt und die Wirtschaft unterstützen. Denn das uns anvertraute Kapital wird ja unter anderem auch hier investiert, etwa in Pflegeheime.

Welche Themen werden künftig in den Fokus rücken?

Heschl: Klimaschutz und Nachhaltigkeit, in unserem Fall insbesondere nachhaltige Veranlagung. Das sind die herausforderndsten Themen, mit denen wir uns aktuell und in naher Zukunft beschäftigen müssen. Abgesehen von regulatorischen Anforderungen, die an uns herangetragen werden, haben wir auch soziale Verantwortung und Verantwortung für kommende Generationen. Wir stellen unsere Portfolios deshalb sukzessive um, damit sie mit den Pariser Klimazielen im Einklang sind und zur Eindämmung der Erderwärmung beitragen. Dadurch können wir Risiken minimieren und Chancen nützen. Das Bewusstsein unserer Kundinnen und Kunden und Berechtigten dahingehend wird auch immer stärker, das unterstützt uns auf unserem Weg.

INFO
Die VBV-Gruppe ist einer der führenden Anbieter bei betrieblichen Vorsorgelösungen in Österreich, sowohl im Bereich von Firmenpensionen als auch bei der Abfertigung NEU. Seit der Gründung im Jahr 1990 hat die VBV-Pensionskasse im Schnitt jährlich plus fünf Prozent Ertrag für ihre KundInnen erwirtschaftet. Derzeit werden rund sieben Milliarden Euro für mehr als 330.000 Berechtigte unter Berücksichtigung nachhaltiger Aspekte veranlagt. Zu den Aktionären der VBV-Gruppe zählen unter anderem die Erste Group, zahlreiche Sparkassen sowie die Wiener Städtische.

Weitere Infos finden Sie auf www.vbv.at/pensionskasse oder im VBV-Kundenportal www.meinevbv.at.

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