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Editorial und Kurznachrichten

Ausgabe #2 Mai/2021 • RESILIENZ

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Die Corona-Pandemie begleitet uns mittlerweile seit über einem Jahr und ist nicht nur ein Stresstest für Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch für unser eigenes Wohlbefinden und unsere psychische Verfassung. Die Krise hat viele Menschen in eine schwierige Lebenssituation gebracht und mittlerweile haben wir den vierten Lockdown hinter uns. Und doch eröffnen sich in solchen Zeiten auch immer wieder neue Chancen und es gibt Strategien, mit denen sich die eigene und die unternehmerische Widerstandsfähigkeit aufbauen lassen. In der Forschung spricht man von Resilienz oder der Fähigkeit, schwierige Situationen zu meistern.

Ursprünglich beschreibt der Begriff die Eigenschaft eines Materials, nach Druckeinwirkung wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehren zu können. Auch im Zusammenhang mit belastenden Arbeitsbedingungen und Burnout-Diagnosen wird Resilienz immer wieder genannt. Unter den Vorzeichen einer globalen Pandemie geht es bei Resilienz nun vor allem darum, die Auswirkungen einer Krise richtig deuten zu können, daraus passende Handlungsschritte abzuleiten und für zukünftige Ausnahmesituationen gewappnet zu sein. Im unternehmerischen Kontext ist eine vorausschauende Geschäftsführung ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Welche makroökonomischen Aspekte damit einhergehen, erklärt Gudrun Egger, Head of Major Markets und Credit Research Erste Group (Seite 8).

Große Ambitionen hat Erste Bank Vorstandsvorsitzende Gerda Holzinger-Burgstaller: Nach 100 Tagen in ihrer neuen Rolle zieht sie ein vorläufiges Fazit und erklärt, wie das Institut durch die Pandemie gekommen ist, welche Herausforderungen bewältigt werden mussten und wie sie es schaffen möchte, bis zum Jahr 2030 die Nummer Eins unter den Banken in Österreich zu werden (ab Seite 10). Besonders stark zu kämpfen haben nach wie vor die einheimischen Hotel- und Gastronomiebetriebe – keine Branche ist wohl mehr betroffen. Doch es gibt Lichtblicke und viele Beispiele, die positiv stimmen: Wer mit viel Mut und Besonnenheit für die Zukunft plant, der richtet sein Unternehmen nachhaltig aus und macht es widerstandsfähig für schwierige Zeiten. Dass dabei die österreichischen Sparkassen eine wichtige Rolle spielen, lesen Sie ab Seite 16. Auch in der Wiener Kulturszene gibt es einen Hoffnungsschimmer: Das Theater im Park bietet bereits in der zweiten Saison mit einem bunten Unterhaltungsprogramm Abwechslung gegen den tristen Corona-Blues (ab Seite 24).

Franz Franz Portisch,
Generalsekretär des Österreichischen
Sparkassenverbandes
Foto: Ann-Kathrin Wuttke

Da Resilienz nicht angeboren ist, sollte schon früh damit begonnen werden, junge Menschen auf den Umgang mit Krisen vorzubereiten und ihnen Wege aufzuzeigen, wie diese überwunden werden können. Das 1:1 Mentoring-Programm von Big Brothers Big Sisters Österreich leistet hier einen wesentlichen Beitrag und fördert Kinder und Jugendliche in herausfordernden Lebenslagen (ab Seite 26). Weitere wertvolle Tipps, wie Sie selbst die Resilienz von Kindern fördern können, gibt Ihnen die Klinische Psychologin Sabine Standenat gleich im Anschluss.

Liebe Leserinnen, liebe Leser: Unser Land hat schon viele Krisen überstanden, und es wird eine Zeit nach Corona kommen, die wir alle aktiv mitgestalten können. Blicken wir also positiv nach vorne und geben weiterhin auf uns Acht, um diese Gesundheitskrise gemeinsam zu überwinden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin alles Gute, bleiben Sie gesund und haben Sie viel Freude mit der neuesten Ausgabe der Sparkassenzeitung!

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Was zählt, sind die Menschen