Sparkassen Zeitung

Werte

Weil es manchmal nicht alleine geht

Ausgabe # April /2022 • VISION FÜR UNSERE ZUKUNFT
Herta Scheidinger

ÜBER 40.000 MENSCHEN IN ÖSTERREICH VERFÜGEN UNFREIWILLIG ÜBER KEIN BANKKONTO UND WERDEN DAMIT IN VIELEN LEBENSBEREICHEN EINGESCHRÄNKT. DIE ZWEITE SPARKASSE BIETET DIESEN MENSCHEN DIE MÖGLICHKEIT, IHR FINANZIELLES LEBEN WIEDER IN DEN GRIFF ZU BEKOMMEN.

Die Zweite Sparkasse hat es sich seit ihrer Gründung im Jahr 2006 zur Aufgabe gemacht Menschen zu unterstützen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Das oberste Ziel lautet: den KundInnen der Zweiten Sparkasse den dauerhaften Wiedereinstieg in geordnete finanzielle Verhältnisse zu ermöglichen. Dafür werden bestimmte Leistungen wie ein Girokonto, persönliche Beratungen und laufende Betreuung angeboten. Insgesamt konnte so seit der Gründung der Zweite Sparkasse mehr als 21.000 Menschen geholfen werden. Günter Benischek, Vorsitzender des Vorstandes der Zweiten Sparkasse: „Bei uns in der Zweite Sparkasse betreuen wir derzeit über 8.400 Kundinnen und Kunden. Der Bogen spannt sich vom in den Konkurs geschlitterten Selbständigen über alleinerziehende Mütter bis zu Jugendlichen auf der Straße. Auffällig ist, dass es ein sehr großes Spektrum von Armut gibt. Grundsätzlich muss man definieren, ab wann man arm ist. Dazu habe ich einmal eine sehr schöne Definition gehört: ‚Arm ist man, wenn man niemanden mehr beschenken oder einladen kann‘. Es geht also nicht immer nur um den Lohnzettel, sondern auch um das Thema soziale Integration. Und hier ist eines sicher: Armut macht einsam.“ Denn an vielen Beispielen sieht man: Armut schließt aus, macht krank und führt zu Diskriminierung.

FÜR MENSCHEN, DIE EINEN ZWEITEN BRAUCHEN

Genau an diesem Punkt setzt die Zweite Sparkasse an und hilft. Denn Armut ist in den seltensten Fällen selbst gewählt, sondern meist eine Folge schrecklicher Ereignisse, die Menschen aus der Bahn wirft. Sie können den Kühlschrank nicht füllen oder verlieren das Dach über dem Kopf. Menschen, die sich ernsthaft um die Lösung ihrer Probleme bemühen, können sich nach einer Beratung durch einen der zahlreichen Partner an die Zweite Sparkasse vermitteln lassen. Die MitarbeiterInnen helfen nicht nur dabei, das Geldleben wieder in den Griff zu bekommen, sondern sorgen auch dafür, dass man wieder mit einem „Zukunftskonto“ am Geldleben einer modernen Gesellschaft teilnehmen kann. Dabei geht es nicht nur darum, ein neues Konto zu eröffnen, sondern die Weichen für die Zukunft zu stellen. „Das wirkliche Asset der Zweiten ist nicht die Kontonummer, die man den Kundinnen und Kunden gibt, sondern die Betreuung und das Gespräch auf Augenhöhe. Die Kundinnen und Kunden, die zu uns vermittelt werden, hatten in der Vergangenheit meist andere Erfahrungen mit Banken. Da ging es oft nur darum, wann offene Raten bezahlt werden oder wann das Konto gedeckt wird“, erklärt Günter Benischek. Mit dieser Betreuung wird den Betroffenen wieder ein Stück ihres oft abhanden gekommenen Selbstwertgefühls zurückgegeben.

Die Zweite Sparkasse arbeitet nicht gewinnorientiert, sondern ist dem gemeinwohlorientierten Sparkassengedanken verpflichtet. Darum baut die Zweite Sparkasse ausschließlich auf das Engagement von ehrenamtlichen Mitarbeiter- Innen. Mehr als 350 Freiwillige von Erste Bank und Sparkassen engagieren sich hier in ihrer Freizeit.

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