Sparkassen Zeitung

5 Fragen an

Fünf Fragen an Michael Opriesnig

Ausgabe # April /2022 • VISION FÜR UNSERE ZUKUNFT
Sandra Wobrazek

MICHAEL OPRIESNIG, DER GENERALSEKRETÄR DES ÖSTERREICHISCHEN ROTEN KREUZES ÜBER SOZIALE NACHHALTIGKEIT, SPENDENBEREITSCHAFT UND FREIWILLIGENARBEIT.

1. WAS BEDEUTET FÜR SIE SOZIALE NACHHALTIGKEIT?

Soziale Nachhaltigkeit bedeutet für das Rote Kreuz unter anderem, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und ein menschenwürdiges Leben zu sichern. Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit wollen wir auch unser vorhandenes Fachwissen in die Welt hinaustragen. Mit Projekten wie zum Beispiel der ersten Rettungssanitäter-Ausbildung Ruandas setzen wir auf langfristige Hilfe direkt dort, wo sie gebraucht wird.

2. WIE SPENDENFREUDIG SIND DIE ÖSTERREICHERINNEN UND ÖSTERREICHER?

Die Hilfsbereitschaft ist enorm, das merken wir in der aktuellen Situation besonders. Bereits kleine Spendenbeträge bewirken Großes und wir können genau dort helfen, wo unsere Hilfe benötigt wird. Die wichtigste Spende für uns ist und bleibt aber die Zeitspende in Form der freiwilligen Mitarbeit.

3. WIE WICHTIG IST FÜR DAS ROTE KREUZ DIESE FREIWILLIGENARBEIT?

Die Freiwilligkeit der Menschen ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. In ganz Österreich engagieren sich beim Roten Kreuz über 70.000 Helferinnen und Helfer – und wir bieten viele Möglichkeiten, um bei uns aktiv zu werden: vom Rettungsdienst über den Gesundheits- und Sozialbereich bis zur Jugendarbeit oder der projektbezogenen Hilfe im Team Österreich.

4. WIE KÖNNEN NOCH MEHR MENSCHEN ZUM SPENDEN, ABER AUCH ZUR FREIWILLIGENARBEIT MOTIVIERT WERDEN?

Wenn die Menschen wissen, was mit ihrer Spende passiert, steigt die Bereitschaft zu spenden. Wir informieren daher regelmäßig über laufende Projekte und den notwendigen Hilfsbedarf. Durch die flexiblen Möglichkeiten, sich beim Roten Kreuz zu engagieren, dürfen wir uns auch immer über neue freiwillige Helferinnen und Helfer freuen, die gerne bei uns aktiv werden möchten.

5. WAS WERDEN 2022 DIE GRÖSSTEN SOZIALEN HERAUSFORDERUNGEN SEIN?

In Bezug auf Österreich sehen wir eine der größten Herausforderungen definitiv im Bereich der Pflege auf uns zukommen. Wir wissen, dass bis 2030 bis zu 100.000 Pflegekräfte fehlen werden und steuern geradewegs auf einen Pflegenotstand zu. Hier muss vor allem im Bereich der Ausbildung und Fortbildung sowie Finanzierung angesetzt werden. Und nicht zu vergessen: Bereits jetzt spüren wir auch die sozialen Auswirkungen des Klimawandels. Das wird das beherrschende Thema der kommenden Jahrzehnte.

INFO: Seit 1. Juli 2019 ist Mag. Michael Opriesnig Generalsekretär des ÖRK. Nach dem Studium der Geisteswissenschaften an der Universität Wien folgte eine Berufslaufbahn im Zeitschriften- und Magazinbereich. 1998 wechselte der gebürtige Kärntner zum Roten Kreuz als Leiter des Bereichs Marketing und Kommunikation. www.roteskreuz.at | Anmeldung zu Team Österreich: www.teamoesterreich.at FÜNF FRAGEN AN …

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