Sparkassen Zeitung

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Editorial

Ausgabe # Juli/2022 • FINANZIELLE GESUNDHEIT

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Leider reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Nach zwei Jahren Pandemie begann der Krieg in der Ukraine und dieser hat weitreichende Folgen: Energiekrise, Ressourcenknappheit und seit März 2022 durchbrach die Inflationsrate monatlich Rekordwerte des 21. Jahrhunderts, um zuletzt im Mai 2022 auf 7,7 Prozent zu klettern. Gleichzeitig steigen die Wohnungspreise und das Geld der Österreicher:innen verliert mit großer Geschwindigkeit an Wert. Dabei darf man nicht übersehen, dass Geld nicht nur der Motor der Wirtschaft ist, sondern die Basis für Glück und Gesundheit der Menschen. Glücksforscher:innen haben sogar herausgefunden, dass man umso glücklicher ist, je mehr Geld man hat. Umso trauriger ist es, dass 2021 53.000 Menschen in Österreich die Hilfe von Schuldenberatungen in Anspruch nehmen mussten. Arbeitslosigkeit und mangelnde Bildung sind dabei die häufigsten Ursachen. Auffällig ist zugleich, dass immer mehr junge Menschen in die Schuldenfalle tappen. Mehr lesen Sie dazu in der Covergeschichte ab Seite 6. Die Erste Bank und Sparkassen wollen hier mit unterschiedlichen Initiativen, wie zum Beispiel dem Financial Life Park (FLiP) und dem FLiP2Go Bus (ab Seite 14), dagegenhalten und haben die finanzielle Gesundheit der Österreicher:innen zu einer zentralen Zukunftsaufgabe gemacht.

Ein weiteres wegweisendes Projekt hat die Stiftung für Wirtschaftsbildung mit Unterstützung der Erste Stiftung und weiteren Stakeholdern auf den Weg gebracht. Im September 2022 startet die Stiftung gemeinsam mit 30 Schulen ein Pilotprojekt, bei dem für vier Jahre Schüler:innen der 1. bis 4. Schulstufe (10-bis-14-Jährige) inhaltliche, didaktische und lebensnahe Wirtschaftsbildung vermittelt wird. Regina Krimmel-Mairinger, Direktorin der Mittelschule KO50, und Matthias Reisinger, Vorstandsmitglied Stiftung für Wirtschaftsbildung, sprechen im Interview ab Seite 8 über den Bedarf von Wirtschaftsbildung für Kinder, das große Interesse der Eltern und Veränderungen im Schulsystem.

Doch neben einer guten Ausbildung brauchen die Menschen auch ein Dach über dem Kopf und das wird leider immer teurer. Nicht nur die Häuselbauer:innen geraten aufgrund der enorm gestiegenen Baupreise immer mehr unter Druck, auch Mieter:innen kommen durch die hohen Mieten – insbesondere die Betriebskosten – an ihre finanziellen Grenzen. Auch hier leistet die Sparkassengruppe ihren Beitrag. Jährlich finanziert diese rund eine Milliarde Euro für Neubauten im mehrgeschoßigen Wohnbau. Dadurch entstehen etwa 6.000 neue Wohnungen pro Jahr im Bereich des leistbaren Wohnens. Doch welche zusätzlichen Initiativen der Bankengruppe es gibt, lesen Sie auf den Seiten 12 und 13.

Franz Franz Portisch, Generalsekretär des Österreichischen Sparkassenverbandes, Foto: Ann-Kathrin Wuttke
Franz Franz Portisch,
Generalsekretär des Österreichischen
Sparkassenverbandes
Foto: Ann-Kathrin Wuttke

Dass finanzielle Gesundheit auch sehr viel mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun hat, zeigen heimische Familienunternehmen und Start-ups. Diese sind mit langfristiger Planung und klugen Investitionen gut durch die sehr schwierigen letzten Jahre gekommen. Sie haben es dabei nicht nur geschafft zu überleben, sondern sind gewachsen, haben Arbeitsplätze geschaffen und haben sogar die Welt ein bisschen besser gemacht. Lesen Sie ab Seite 16, wie mit nachhaltiger Mode, Kräutersäften, Reisemobilen oder auch vegetarischer Küche zukunftsfähige und nachhaltige Geschäftsmodelle von findigen heimischen Unternehmerfamilien entwickelt wurden.

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sommer und viel Vergnügen beim Lesen!

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