Sparkassen Zeitung

Land und Märkte

Die Begleiter zum Unternehmenserfolg

Milan Frühbauer

FÜR 2018 WIRD DAS WIRTSCHAFTSWACHSTUM IN ÖSTERREICH REAL BEACHTLICHE DREI PROZENT AUSMACHEN. DAHINTER STEHEN – GLEICHSAM IM ÖKONOMISCHEN MIKROKOSMOS – ZEHNTAUSENDE ERFOLG- REICHE UNTERNEHMEN. VIELE DAVON SPARKASSENKUNDEN, DENEN DIE BANK EIN WICHTIGER ERFOLGSBEGLEITER IST. MIT AKTUELLEN EINSCHÄTZUNGEN UND SENSOREN FÜR DIE ZUKUNFT. WIE BEURTEILEN DIE VERANTWORTLICHEN EINIGER SPARKASSEN QUER DURCH ÖSTERREICH DIESEN ERFOLG? EIN STATUSBERICHT.

WirtschaftsforscherInnen sprechen schon seit Wochen über das Überschreiten des Konjunkturzenits und eine Verflachung des Wachstumsverlaufs in den kommenden Monaten. Doch wie ist in den einzelnen Regionen die Einschätzung der Kommerzkunden-Verantwortlichen in den Sparkassen? Welche Services oder Produkte werden besonders in Anspruch genommen, und wie steht es um die Investitionsbereitschaft?


__________________________________________________________

"Die Kunden spüren noch keine Anzeichen für Verlangsamung des Wachtums."

Gerhard Lutz,
Vorstandsdirektor Sparkasse Bregenz
__________________________________________________________

Im Westen ist die Konjunkturwelt wohl noch in Ordnung: „Wir entnehmen den Feedbacks unserer Kundinnen und Kunden, dass sie noch keinerlei Anzeichen für eine Verlangsamung des Wachstums verspüren. Nach wie vor übersteigt die Nachfrage teilweise die Kapazitäten unserer Firmenkunden“, meint Gerhard Lutz, Vorstandsdirektor der Sparkasse Bregenz. Die Investitionsbereitschaft der Kund- Innen sei weiterhin hoch. Kleinere Investments etwa in neue Technologien und Digitalisierung erfolgten aus dem Cashflow. „Als Bank kümmern wir uns um komplexere Unternehmensfinanzierungen.“ Im regionalen Umfeld der Sparkasse sieht er Betriebe aus der Bauwirtschaft, dem Baunebengewerbe, der Gastronomie und Hotellerie sowie industrielle Zulieferbetriebe als besonders erfolgreich.


__________________________________________________________

"Personalknappheit im Tourismus ist Besorgniserregend."

Friedrich Anrain,
Vorstand Sparkasse Rattenberg
__________________________________________________________

„Das zu Ende gehende Jahr war in der Region Tiroler Unterland von besonders starkem Wachstum geprägt. Es gab bereits Überhitzungserscheinungen“, unterstreicht Friedrich Anrain, Vorstand der Sparkasse Rattenberg. Kunden hätten weiterhin vitales Interesse zu expandieren, doch der Fachkräftemangel sei hemmend. Besonders im Tourismus sei die Personalknappheit besorgniserregend und zeige sich als gewichtiger Erfolgsbremser. Wachstumsmotoren seien Unternehmen der Industrie mit entsprechender Spezialisierung, die Bauwirtschaft und Tourismusbetriebe, wenn sie „einen entsprechenden Standard anbieten können“. Auch in Rattenberg spielen maßgeschneiderte Finanzierungslösungen eine große Rolle. Und Telebanking Pro, also gleichsam das im Privatkundengeschäft so erfolgreiche Onlineportal George für UnternehmerInnen? Wie in Bregenz auch hier etwas Zurückhaltung: „Das Angebot hat erst in den vergangenen Wochen eine zufriedenstellende Entwicklung erreicht.“ Die Offensive steht jetzt bevor.


__________________________________________________________

"Breites Angebot im Auslandsgeschäft für die exportorientierten Firmenkunden."

Stefanie Huber,
designiertes Mitglied des Vorstands der Sparkasse Oberösterreich
__________________________________________________________

Im „Land ob der Enns“, jenem österreichischen Bundesland mit dem höchsten Industrialisierungsgrad und dem höch- sten Exportanteil am Brutto-Regionalprodukt, spiegelt sich diese Struktur auch in der Sparkassenwelt wider. „Die Sparkasse Oberösterreich bietet den exportorientierten Firmenkunden ein breites Angebot rund um das Auslandsgeschäft an“, unterstreicht Stefanie Huber, ab Jahresbeginn 2019 Mitglied des Vorstands der Sparkasse Oberösterreich. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen sei nach wie vor gut. „Wir haben die Kundinnen und Kunden bei der Anschaffung von maschinellen Anlagen begleitet, bei der Kapazitätsausweitung wie bei der Innovation.“ Die in Oberösterreich derzeit besonders Erfolgreichen? „Maschinen- und Stahlbau, Automotive, Elektro- und Elektronikindustrie sowie die Chemische Industrie“ sind für Huber derzeit die Spitzenbranchen. Aber im Gegensatz zu Westösterreich gebe es erste Verlangsamungstendenzen. „Der Höhepunkt des Konjunkturaufschwungs liegt hinter uns,“ resümiert Huber. Sie attestiert den FirmenkundInnen, dass diese „im weitaus überwiegenden Ausmaß Investitionsentscheidungen nicht aufgrund von niedrigen Zinsen treffen“. Was Telebanking Pro betrifft, ist in der Sparkasse OÖ alles startklar. Huber: „Neukundinnen und Neukunden nutzen es bereits und 2019 wird es eine flächendeckende Umstellung geben.“


__________________________________________________________

"Der Trend zum Kurzurlaub verstärkt den Erfolg der Tourismusbetriebe in der Region."

Jürgen Flicker,
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pöllau
__________________________________________________________

Eine weitgehend heile Konjunkturwelt ortet eine vergleichsweise kleine Sparkasse in der Steiermark. „Aktuell bekomme ich von vielen Unternehmerinnen und Unternehmern die Rückmeldung, dass aufgrund der fehlenden Kapazitäten viele Anfragen abgelehnt werden müssen“, so skizziert Jürgen Flicker, Vorstandsdirektor der Sparkasse Pöllau, die Lage. Die Investitionsbereitschaft der FirmenkundInnen sei nach wie vor hoch und als Folge des auch in dieser Region spürbaren Fachkräftemangels werde besonders viel in die Automatisation investiert. Die Frage nach den Erfolgsbranchen ist eindeutig zu beantworten. „Unser Marktgebiet, der Naturpark Pöllauer Tal und Stubenberg am See, hat sich vor allem im Bereich Tourismus gut entwickelt. Die Nächtigungszahlen steigen an und der anhaltende Trend zum Kurzurlaub verstärkt den Erfolg der Tourismusbetriebe in der Region“, unterstreicht Flicker. Zum traditionellen Finanzierungsangebot gesellt sich die Veranlagung für UnternehmerInnen. Die Wertpapier-Beratung für Unternehmer- Innen sei ein Schwerpunk in seiner Sparkasse, betont Flicker.


__________________________________________________________

"Telebanking Pro, der S-Investkredit und Leasing für Freiberufler und Kommerzkunden."

Thomas Frühwirt,
Kommerzkundenbetreuer der Sparkasse Baden
__________________________________________________________

Im „Speckgürtel“ von Wien ist einiges etwas anders. In der Investitionsbereitschaft orte er noch eine zurückhaltende Einstellung der Firmenkunden, so Thomas Frühwirth, Kommerzkundenbetreuer der Sparkasse Baden. Doch die Konjunktur brumme noch immer: „Im Raum Baden und Mödling sind viele DienstleisterInnen und FreiberuflerInnen angesiedelt, und da ist noch keine Verlangsamung der Wachstumsphase erkennbar. Aktuell sind Unternehmen aus dem Bereich Marketing und PR äußerst erfolgreich“, so das Urteil bei der Sparkasse Baden. Auch Unternehmen aus der Kunststoffindustrie, der Chemie, der Biotechnologie sowie der Medizintechnik zählten zu den Erfolgsträgern im regionalen Einzugsbereich und entwickelten sich überdurchschnittlich. Zur Produktpalette betont Frühwirth, man biete FreiberuflerInnen und KommerzkundInnen seit Sommer intensiv Telebanking Pro an. Im Finanzierungsbereich natürlich den S-Investkredit und Leasing. „Dieses wird aus steuerlichen Gründen immer beliebter, denn es hat positive Effekte für die Bilanzierung unserer Kundinnen und Kunden“, betont Frühwirth, der auch die Themen betriebliche Zukunftsvorsorge und Risikoabsicherung zum unverzichtbaren Begleitinstrumentarium der Sparkasse für den Unternehmenserfolg zählt. 


__________________________________________________________

"Vertrauen ist das Wichtigste im Kreditgeschäft. Wir begleiten von der Gründung bis gegebenfalls zur Börse."

Gregor Deix,
Bereichsleiter Firmenkunden der Erste Bank
__________________________________________________________

„In unserem Geschäft würde ich aktuell von einem Wachstum mit ersten Anzeichen einer Verlangsamung sprechen“, sagt Gregor Deix, Bereichsleiter Firmenkunden der Erste Bank. Es herrsche grundsätzlich noch ein gutes Umfeld, und nicht wenige Unternehmen hätten Probleme, genügend Personal zu finden. Das Institut begleite die Unternehmen von der Gründung bis gegebenenfalls zur Börse. Ziel sei es gemeinsam mit dem Kunden zu wachsen. „Das Wichtig- ste im Kreditgeschäft ist Vertrauen. Deshalb stehen für uns Kommunikation und Information an erster Stelle der Kunde-Bank-Beziehung“, schildert Deix die Begleitphilosophie zum Erfolg. Die Investitionsbereitschaft sei derzeit grundsätzlich gut, und in einigen Branchen würden die Kapazitäten deutlich aufgestockt. „Im Immobiliengeschäft kann man durchaus von einem Boom sprechen”, bemerkt Deix. Auf spezifisch erfolgreiche Branchen will er sich aus seiner Perspektive nicht festlegen: „In Wien, Niederösterreich und im Burgenland gibt es eine gute Branchenstreuung, deshalb haben wir auch als Bank einen guten Branchenmix im Kommerzgeschäft. Entscheidende Erfolgskriterien sind die Positionierung am Markt und das Management.“ Es gebe eben in jeder Branche erfolgreiche Unternehmen. Ein wichtiges Thema in der Kundenbetreuung ist naturgemäß Telebanking Pro. „Wir haben schon mehr als 2.000 Kundinnen und Kunden dafür gewonnen und legen derzeit starken Fokus auf die Migration bestehender Kunden sowie im Neukundengeschäft.“ Webbasiertes, innovatives Business Banking sei auch die Erwartungshaltung der
KundInnen.

Die Sparkassen als Begleiter zum Unternehmenserfolg: analog im Vertrauen, digital state-of-the-art im breiten Spektrum an Dienstleistungen.

Diesen Artikel teilen:

Was zählt, sind die Menschen